Italien – Zahl der Armen steigt weiter …

Italien ist eine beliebte Urlaubsdestination für viele von uns. Wo wirUrlaub machen und das schöne Leben genießen, grassiert die Armut direkt vor den Pforten der kleinen Urlaubsparadiese. Nein, sie sollen nicht auf ihren Urlaub verzichten, denn dieser bringt zumindest etwas Geld in die leeren Kassen und ermöglicht vielen Arbeitslosen zumindest eine saisonale Anstellung. Aber machen sie bewusst Urlaub!

Anzahl der Armen in Italien

 

Auch 2013 ist die Anzahl der von Armut gefährdeten weiter gestiegen. Galten 2012 noch 9,56 Millionen Menschen als arm, so sind es 2013 bereits 10,48 Millionen Menschen. Damit stieg der Anteil in der Gesamtbevölkerung von 15,8 auf 16,6 Prozent. Italien reiht sich damit in die südlichen EU-Länder ein und stellt keine Ausnahme mehr dar. Die aktuellen Werte stellen die Höchstwerte seit Einführung dieser dar.

Wie auch in anderen Ländern des guten alten Europas geht dieser Trend einher mit der Tatsache, dass einzelne, wenige immer reicher werden. 10 Prozent der reichsten Italiener besitzen heute 46,5 Prozent des Nettoreichtums. Und die Entwicklung zu Gunsten dieser setzt sich fort.

Im Zeitraum von 2010 bis 2012 sind die Einkommen der italienischen Familien um 7,3 Prozent gesunken. Eine Entwicklung, die nicht mit der Preisentwicklung der Lebenskosten einhergeht. Die Sparguthaben der durchschnittlichen italienischen Familie sind ebenfalls gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Italiener von ihrem Ersparten leben müssen.

20 Prozent der italienischen Familien müssen mit jährlich weniger als € 14.457,– auskommen. Viele Italiener müssen bei Lebensmitteln (Fleisch, Fisch), Heizkosten, Arztbesuchen und Medikamenten sparen.

Wie auch die anderen südeuropäischen Länder kämpft Italien vor allem auch mit einer zunehmenden Arbeitslosigkeit. Offiziell gelten 12,7 Prozent als Arbeitssuchend. Allerdings sind in diesem Wert 4,2 Millionen Italiener, die die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz aufgegeben haben, nicht inkludiert. Werden diese mitberücksichtigt, dann läge die Arbeitslosenquote bei 24 Prozent.

Gleichzeitig müssen sich immer mehr Italiener mit einem geringen Einkommen zufrieden geben. Auch hier diktiert die freie Marktwirtschaft die Preise. 12 Prozent der Italiener arbeiten zu einem Lohn, der unter der sogenannten Armutsgrenze liegt.

Italien reiht sich damit in die südlichen EU-Länder ein, in jenen „Otto Normalverbraucher“ nicht mehr wirklich viel zu Lachen hat.

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2 Gedanken zu “Italien – Zahl der Armen steigt weiter …

  1. „Wir werden also, bei sonst gleichen Verhältnissen, jenes Land als auf der höheren Stufe volkswirtschaftlicher Entwicklung stehend zu bezeichnen haben, in welchem der Mittelstand am meisten vertreten ist. Wo aber der Mittelstand sich in fortschreitender Auflösung befindet, dort haben wir eine direkt dem Verderben entgegenreifende Entwicklung vor uns, und zwar umso sicherer, je größer der Reichtum ist, welcher diesen Auflösungsprozess des Mittelstandes begleitet.“

    Prof. d. Nationalökonomie Dr. Gustav Ruhland, Berlin 1895

    Das ist keine frühe, sondern eine sehr späte Erkenntnis:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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