Schöne perfekte Welt … quo vadis?

Unsere Gesellschaft baut auf Leistung. Immer schneller, immer mehr, … Die Bäume sollen scheinbar in den Himmel wachsen, wider jeder Natur. Kein Wunder, dass es auf dem Weg zur perfekten leistungsorientierten Welt einiges zu bereinigen gibt. Vielleicht auch zu perfektionieren. Wir halten den Muslimen den Spiegel vor und vergessen dabei selbst in den Spiegel zu sehen. Werte, die wir uns über Jahrhunderte erkämpft und gelebt haben, werden verrückt. Zur Seite geschoben für Erfolg, Geld und Leistung.

 

Eigentlich müsste es – da hat „Die Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe Recht – mehr Kinder mit Down-Syndrom geben. Müsste es … und doch nimmt die Anzahl der Menschen mit Down-Syndrom von Jahr zu Jahr ab. Die technischen Möglichkeiten der modernen Medizin machen es möglich, dass wir in der Lage sind, bereits sehr früh in der Schwangerschaft zu erkennen, ob ein Fötus Mutationen im Genom hat. Und die Diagnosemöglichkeiten werden zusehends verbessert und verfeinert. Ein Segen für die moderne Welt! Denn zugegeben im Hamsterrad der Leistung und Perfektion haben viele keinen Platz. Im Gegenteil sie sind vermeintliche Last.

Gott sei Dank gibt es keine offiziellen Statistiken zum Thema Schwangerschaftsabbrüchen. Das ist gut so, denn einer perfekten Gesellschaft steht dieses Thema nicht gut zu Gesichte. In Österreich schätzen Experten, dass sich die Zahl auf 30.000 Abbrüche beläuft. In Deutschland wurden 2013 (destatis.de) 102.802 Abbrüche vorgenommen. Die häufigsten Abbrüche erfolgen in der Zeit der 27-29 Schwangerschaftswoche.

Zugegeben, Eltern haben es nicht einfach, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Kind nicht „normal“ sein wird. Aber was ist normal, wer definiert normal und wer steht den Eltern in dieser nicht einfachen Zeit der Erkenntnis bei? Sie erhalten medizinische Aufklärung und werden darüber informiert, was es heißt ein Kind mit Behinderung groß zu ziehen. Finanziell gesehen und vom Aufwand her betrachtet. Ein Leben des Verzichtes, der Einschränkungen steht im Raum. Eine Aufgabe. All die Vorfreude auf den bevorstehenden Nachwuchs ist von einem auf den anderen Moment verflogen. Ja, wir sind eine moderne Gesellschaft. Aber die modernen Möglichkeiten sind Fluch und Segen zu gleich. Denn für Eltern und Ärzte ändert sich mit dem Zeitpunkt der Diagnose der Blickwinkel auf einen Schlag. In gewisser Weise werden sie zum Schöpfer, denn sie, die Eltern, müssen jetzt entscheiden, ob ein Leben lebenswert ist oder nicht. Sie entscheiden über Tod oder Leben. Keine leichte Entscheidung. Und doch wäre sie nicht ganz so schwer, wenn wir uns auf unsere Wurzeln besinnen würden. Wurzeln, die aber unsere Leistungsgesellschaft weit in den Hintergrund gerückt hat. Kein Wunder, dass Papst Franziskus, mahnend den Finger hebt und die Muslime uns nicht ernst nehmen, denn wir dienen dem schnöden Mammon und niemand anderem mehr.

Menschen, die nicht „normal“ sind, Menschen mit Behinderungen, werden in unserer Gesellschaft als Last und Belastung gesehen. Karriereträume, finanzielle Träume und das perfekt ausgemalte Zukunftsbild rücken mit der Diagnose in weite Ferne. Die gesellschaftliche Entwicklung macht es nicht leichter, denn heute müssen mehr Frauen als je zuvor alleinerziehend die Aufgaben bewältigen.

Ja, Eltern, vor allem Mütter, brauchen Beistand in dieser Zeit. Nicht nur ärztlichen, sondern vor allem seelischen. Keinen Moralapostel, aber jemanden, der sie bei der Hand nimmt, in den Arm nimmt und wertfrei aufarbeitet. Abseits des sich unaufhaltsam drehenden Hamsterrades … es geht um Leben …

Bäume wachsen nicht in den Himmel und eine Gesellschaft ohne tief verwurzelte Werte ist dem Untergang geweiht. Egal, wie wir es drehen und wenden, der Mensch hat nicht das Recht sich als Schöpfer und Richter aufzuspielen. Der Wohlstand und das Geld haben unsere Wertigkeiten verschoben. Wir tragen nicht mehr die Brille des Christen, des Menschenfreunds, sondern die Brille des Kapitals. Wer sich diesem unterordnet, ist ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Letzteres ist ihm Gewiss …

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Ein Gedanke zu “Schöne perfekte Welt … quo vadis?

  1. Ich habe heute die Seite per Zufall entdeckt und liebe sie jetzt schon. Danke für eure tollen Berichte!

    Aus meiner Sicht ist es einfach nur widerlich, was von einem Menschen heutzutage erwartet wird, um ein „normales“ Leben leben zu können. Kein Respekt, keine Menschlichkeit, keine Gemeinschaft. In unserer 1. Welt dominieren Gier und Erfolg. Ich bin 22 und schüttle vor dem Großteil der Menschen nur den Kopf, wie sie alles blind annehmen, nichts hinterfragen, keine Grenzen mehr aufsetzen und „niedere“ Menschen verachten, als wären sie Unrat. Speziell eben kranke und behinderte Menschen.

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